Wenn Aufgaben in Forschung und Lehre in immer größeren Umfang von befristeten Beschäftigten ausgeübt werden, dann gefährdet das die Leistungsfähigkeit des Hochschul- und Wissenschaftssystems. Ohne verlässliche Perspektiven wird Wissenschaft als Beruf zunehmend unattraktiver.
Schavan muss aufhören, den Kopf in den Sand zu stecken und Probleme zu leugnen. Ihre an das Gesetz gerichtete Erwartung, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen befristeten und unbefristeten Arbeitsverhältnisse herzustellen, wurde nicht erfüllt. Im Gegenteil: Laut Evaluation des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes haben 83 Prozent der hauptberuflichen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nur noch eine befristete Stelle.
Auch im Drittmittelbereich muss es unbefristete Beschäftigungsverhältnisse geben, gerade wenn der Anteil der Drittmittel an der Gesamtfinanzierung steigt. Wie jedes Unternehmen müssen auch die Hochschulen lernen, durch kluges Personalmanagement mit wechselnder Nachfrage umgehen.
Die Personalstrukturen an deutschen Hochschulen müssen dringend wieder ins Lot gebracht werden: Mit einer aufgabengerechten Finanzausstattung, mit unbefristeten Stellen auch unterhalb der Professur und wirksamen Anreizinstrumenten für mehr unbefristete Beschäftigung auch bei Drittmitteln. Wir fordern eine Aufhebung der Tarifsperre, um zu wissenschaftsadäquaten Regelungen zu ermöglichen.
Wir haben dazu den Antrag "Einen Pakt für den wissenschaftlichen Nachwuchs und zukunftsfähige Personalstrukturen an den Hochschulen initiieren" in den Bundestag eingebracht, der sich momentan in der parlamentarischen Beratung befindet.







KRISTA SAGER BEI
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