Fremdschämen für ihren Kabinettskollegen zu Guttenberg ist für eine Forschungsministerin entschieden zu wenig. Sie muss der Verharmlosung und Bagatellisierung von Täuschung und Betrug im Wissenschaftsbereich massiv entgegentreten. Stattdessen beteiligt sie sich als Parteisoldatin weiter an der Verwischung der Maßstäbe.
Zu Guttenberg hat fremde geistige Leistungen in großem Stil als eigene Leistungen ausgegeben. Wer hier von einigen Fehlern, verlorenem Überblick oder unvorsätzlichen Übernahmen spricht, setzt die Täuschung und den Versuch Menschen für dumm zu verkaufen fort.
Der ehemalige Dr. zu Guttenberg hat sich immer nur für das entschuldigt, was ohnehin nicht mehr zu leugnen war. Noch immer behauptet er, nicht mit Absicht gehandelt zu haben. Es ist ein Drama für den deutschen Wissenschaftsstandort, dass Frau Schavan ihm dabei mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen noch beisteht.
Eine zweite Chance hat in der Tat jeder Mensch verdient. Aber erst, wenn er zu seinen Taten voll und ganz steht und daraus die Konsequenzen zieht. Dies ist bei zu Guttenberg offenkundig bis heute nicht der Fall.
Die fortgesetzte Bagatellisierung ist ein Schlag ins Gesicht für alle Menschen, die sich im Bereich wissenschaftlichen Arbeitens um Redlichkeit bemühen. Es ist richtig, dass viele Menschen mit ihrer Promotion ihre liebe Not haben, aber sie werden in der Regel deshalb nicht zu Betrügern.
Dass es inzwischen einen Gegenaufstand gegen die Verharmlosung aus dem Wissenschaftsbereich gibt, ist ein gutes Zeichen. Statt diesen zu unterstützen, versucht die bisher abgetauchte Forschungsministerin Schavan es nun mit Beschwichtigungsversuchen. Das ist entschieden zu wenig."
Guttenberg-Affäre: Fremdschämen ist zu wenig
Montag, den 28. Februar 2011PRESSEMITTEILUNG
der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen
Zu den jüngsten Aussagen der Bundeswissenschaftsministerin im Fall Guttenberg erklärt Krista Sager, Sprecherin für Wissenschaft- und Forschungspolitik: "Frau Schavan muss aufhören ihre Parteiräson vor den Schutz der Wissenschaft zu stellen.







KRISTA SAGER BEI
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