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IPS Stipendiatin Nevila Saja stellt sich vor

12. März 2012, 10:47 Uhr

Mein Name ist Nevila Saja und ich komme aus Albanien. Im Rahmen des Programms Internationales Parlaments-Stipendium absolviere ich seit März ein Praktikum in Berlin (Deutscher Bundestag). In meinem Heimatland habe ich zunächst Germanistik studiert, seit vier Jahren lebe ich nun in Regensburg (Bayern). Dort studiere ich Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft (Teilbereich Öffentliches Recht) und Italienische Philologie.

Das Leben in einer Großstadt wie Berlin ist für mich eine große Herausforderung. Berlin ist eine sehr interessante Stadt, es gibt unglaublich viel zu entdecken. Was Berlin für mich so besonders macht, ist das Multikulturelle. Es ist beeindruckend, wie selbstverständlich die Menschen hier miteinander umgehen – trotz der vielen verschiedenen Nationalitäten und Kulturen.

Bevor ich hier hergekommen bin, um für den Deutschen Bundestag zu arbeiten, war ich unglaublich neugierig auf diese Zeit. Doch ich habe mir auch viele Fragen gestellt: Wie wird mein neues Leben in Berlin sein? Wie wird meine Mitbewohnerin sein? Wie werden die Abgeordneten sein? Diese Fragen haben mich jeden Tag beschäftigt, bevor ich hier hergekommen bin. Außerdem ist es mir sehr schwer gefallen, mich vom schönen Regensburg und meinen Freunden zu verabschieden, mit denen ich bislang eine so schöne Zeit in Deutschland verbracht habe.

Hier in Berlin arbeite ich für die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ausgesprochen nett und helfen mir, wenn ich Fragen habe. Meine Abgeordnete ist eine sehr erfahrene und erfolgreiche Frau. Sie heißt Kista Sager. Wenn Sie eine Rede hält, merkt man, dass die anderen Abgeordneten sehr aufmerksam zuhören und dass sie großen Respekt vor ihr haben.

Es ist toll, Teil dieses Programms sein zu dürfen und wertvolle Erfahrungen in einem Abgeordnetenbüro zu sammeln. Im Rahmen des Stipendiums werde ich auch den Arbeitskreis meiner Abgeordneten besuchen und dabei ein paar Tage  in Hamburg verbringen. Außerdem warten noch viele andere Veranstaltungen politischer Stiftungen auf mich. Unter anderem werde ich eine Reise nach Thüringen machen, die von der Heinrich-Böll-Stiftung organisiert wird. Auch die Konrad-Adenauer-Stiftung wird eine dreitägige Veranstaltung für uns Stipendiaten organisieren.

Hier im Bundestag lerne ich die Arbeitsweise des Parlamentes in der Praxis kennen und lerne viele einflussreiche und beeindruckende Persönlichkeiten kennen. Ich habe bereits an zahlreichen Sitzungen teilgenommen: Fraktionsausschüsse, Arbeitskreise und Arbeitsgruppesitzungen, in denen über die verschiedensten Politikbereiche gesprochen wird. Endlich habe ich die Gelegenheit, aus nächster Nähe zu erleben, wie ein Gesetzesentwurf zustande kommt. Ich bin begeistert und glücklich darüber, dass man mir die Möglichkeit gegeben hat, all das zu erleben.

Der Deutsche Bundestag ist einzigartig  und beeindruckt mich wie kein anderes Parlament dieser Welt. Die Erfahrungen, die ich hier gewinnen werde, möchte ich in Zukunft in meinem Heimatland einbringen, um dazu beizutragen, eine konsolidierte Demokratie zu schaffen. Mein Heimatland Albanien befindet sich noch immer in einer Übergangsphase, die Modernisierungsprozesse gestalten sich bisweilen schwierig. Man kann eine Demokratie eben nicht von heute auf morgen aufbauen. Damit dies trotzdem bald gelingt, möchte ich meinen Beitrag dazu leisten. Das Internationale Parlaments-Stipendium bietet mir dafür die besten Voraussetzungen.

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