Herausforderung Energiewende

3. Mai 2012, 18:30 Uhr

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima musste die Bundesregierung die von ihr gegen eine breite gesellschaftliche Mehrheit durchgedrückte Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke und die Aufkündigung des Atomkonsenses wieder rückgängig machen.

Nachdem auch CDU/CSU und FDP endlich den Ausstieg aus der Atomenergie akzeptiert hatten, war eigentlich klar, dass es nun um eine konsequente Umsetzung der Energiewende gehen muss.

Heute muss man leider feststellen, dass die Bundesregierung den energiepolitischen Herausforderungen nicht gewachsen ist. Teile der Regierung spekulieren offenkundig darauf, durch eine Blockade und Verschleppung der Energiewende eine erneute Renaissance der Atomkraft in Deutschland vorbereiten und schon jetzt den Bau zusätzlicher Kohlekraftwerke als alternativlos darstellen zu können.

Gleichzeitig tauchen fast täglich energiepolitische Fragen in der öffentlichen Debatte auf, die die Bürgerinnen und Bürger bewegen und zum Teil auch verunsichern:

•    Wird Deutschland vom Stromexportland zum Atomstromimportland?

•    Wie können wir den notwendigen Netzausbau voran bringen und was sind eigentlich die Probleme beim Netzausbau? Welche Rolle spielen Bürgerinitiativen und welche die Netzbetreiber?

•    Droht ein Black Out, wenn der Anteil der Erneuerbaren Energien im Netz immer mehr zunimmt?

•    Werden Strom und Energie in Zukunft unbezahlbar?

•    Wird die Solarenergie von der Bundesregierung abgewürgt oder werden hier nur unverhältnismäßige Förderungen zurückgefahren?

•    Welche Kapazitäten brauchen wir neben den Erneuerbaren Energien und gibt es dafür genug wirtschaftliche Anreize?

•    Wie können Schwankungen bei der Stromeinspeisung ausgeglichen werden, wenn der Anteil an Erneuerbaren Energien immer weiter zunimmt und wie können wir diese zukünftig speichern?

•    Wenn die Preise für die Verschmutzungszertifikate beim Emissionshandel sinken, wo kriegen wir dann genügend Mittel für die Energiewende her?

•    Führt die Energiewende zu immer mehr Monokulturen zu Lasten der Biodiversität im ländlichen Raum? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit, die Energiewende schnell voranzubringen ohne dass der Naturschutz unter die Räder kommt?

•    Werden die Bürgerinnen und Bürger stetig steigende Mieten für die Energiewende in Kauf nehmen müssen, weil die Wärmedämmung so viel kostet?

•    Wer hat Recht im Streit um die richtige Netzpolitik in Hamburg – der Senat oder die Volksinitiative?

Diese Fragen waren Thema der Diskussion am 3. Mai 2012 mit
Rainer Baake, Direktor der Agora Energiewende, Jan Rispens, Geschäftsführer des EEHH (Cluster Erneuerbare Energien Hamburg), Anjes Tjarks, Sprecher der GAL-Bürgerschaftsfraktion für Wirtschaftspolitik und Krista Sager, Sprecherin für Wissenschafts- und Forschungspolitik und für Biotechnologie der Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

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