Gleichstellung in der Wissenschaft: Mehr Druck nötig

28. Juni 2012, 10:43 Uhr

Anlässlich der morgigen Sitzung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz erklärt Krista Sager, Sprecherin für Wissenschafts- und Forschungspolitik:

Wissenschaftlerinnen, vor allem in Spitzenpositionen, sind auch heute noch rar. Insbesondere ein großer Teil der außeruniversitären Forschungseinrichtungen hat Nachholbedarf und muss von Bund und Ländern stärker in die Pflicht genommen werden, gleichstellungspolitische Zusagen tatsächlich einzuhalten. Zu lange wurde beim Thema Gleichstellung in der Wissenschaft auf freiwillige Veränderungen in den Organisationen vertraut.

Vor einem halben Jahr beschloss die GWK, dass die außeruniversitären Forschungsorganisationen Zielquoten nach dem Kaskadenmodell einführen. Dieser Ansatz muss jetzt weiterentwickelt und verbindlich ausgestaltet werden. Wir setzen uns seit langem für ambitionierte, institutionsspezifische Steigerungsquoten ein.

Im gemeinsamen aktuellen Antrag (Drucksache 17/9978) mit den beiden anderen Oppositionsfraktionen fordern wir, die institutionelle und die projektgebundene Forschungsförderung an gleichstellungspolitische Verpflichtungen zu knüpfen. Dies kann geschehen, indem beispielsweise ab 2013 die Vergabe eines Teils der Mittel des Pakts für Forschung und Innovationen an die Erfüllung quantifizierter gleichstellungspolitischer Ziele gebunden wird.

Darüber hinaus brauchen wir weitere Impulse, um mehr Gleichstellung in Forschung und Wissenschaft zu erreichen: Die Implementierung von Gleichstellungsstandards, die Fortsetzung eines weiterentwickelten Professorinnenprogramms und mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit wissenschaftlicher Karrieren.

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